Wird es das Anschreiben und den Lebenslauf, wie wir sie alle kennen, auch morgen noch geben, im Zeitalter der künstlichen Intelligenz und mit der Masse an privaten Daten, die wir in sozialen Netzwerken herumliegen lassen? Das glaub ich nicht. Oder nur der Form halber.

Wenn es ein Ritual gibt, an das Arbeitgeber gewöhnt sind, dann ist es das Versenden eines Lebenslaufs zusammen mit einem schönen Anschreiben. Gerade in dieser Zeit der Rückkehr, die für neue Absolventen auch den Einstieg in die Arbeitswelt bedeutet. Das Ritual ist uralt, aber nicht mehr unbedingt unveränderlich. Auch wenn sich der Inhalt dieser Lebensläufe und Anschreiben nicht geändert hat, so hat sich doch die Form geändert.

Der Lebenslauf wird einen schönen Tod sterben

Daher wird das Anschreiben, das diesen Lebensläufen oft beiliegt, zweifellos einen schönen Tod sterben. Die Frage liegt schon seit mehreren Jahren im Raum. Kandidaten stellen oft fest, dass der Personalvermittler dieses Schreiben nicht gelesen hat. Dies ist oft nur eine Checkbox vor der Veröffentlichung des Stellenangebots. Zusätzlich zu diesem mangelnden Interesse ist es jedoch chatgpt, das das Anschreiben endgültig zerstören kann. Kandidaten sind nicht dumm, sie wissen, dass sie ChatGPT mit künstlicher Intelligenz dazu bringen können, in 30 Sekunden das beste Anschreiben zu schreiben. Einige tun es bereits heute.

Doch die Hilfe von ChatGPT kann nur vorübergehend sein. Sie kann es tatsächlich einfacher machen, ein erstes Date zu bekommen, was nicht schlecht ist. Aber irgendwann steht der Kandidat dennoch vor einem persönlichen Gespräch mit seinem potenziellen zukünftigen Arbeitgeber. Und dort müssen die Fragen beantwortet werden, ohne ChatGPT zu verwenden.

Siehe auch  Ich habe ChatGPT gegen einen echten Finanzberater antreten lassen, der mir helfen soll, für den Ruhestand zu sparen – und der Gewinner steht fest

Der Lebenslauf ist kein Sesam mehr

Der Lebenslauf sollte ein besseres Schicksal erfahren, da ich keine andere Möglichkeit sehe, mich zu bewerben, als diese Zusammenfassung auf einem A4-Blatt zu verwenden. Aber auch hier ist es kein Sesam mehr, den man im Unternehmen annehmen kann. Der Grund ist einfach: Personalabteilungen – jedenfalls die von Großunternehmen – nutzen zunehmend Algorithmen zur Vorauswahl ihrer Kandidaten. Die Spuren, die wir in sozialen Netzwerken hinterlassen, unsere Profile auf LinkedIn, all diese Daten ermöglichen dem Arbeitgeber die Vermarktung im Internet.

Wusste der Arbeitgeber früher grundsätzlich nichts über den Kandidaten, so ist dies heute nicht mehr der Fall. Genauso wie das Finanzamt Sie über soziale Netzwerke verfolgen und beispielsweise nachweisen kann, dass Ihr Lebensstil höher ist als in Ihrer Steuererklärung angegeben.

Notwendiger in der physischen Begegnung

Eine weitere Veränderung in der Personalvermittlungsbranche wurde durch die Pandemie und die Lockdowns eingeleitet. Heutzutage ist das physische Treffen zwischen Arbeitgeber und Bewerber nicht mehr unbedingt die Norm und Vorstellungsgespräche werden oft per Videokonferenz geführt.

⬅ Bewerten Sie post
Anzeige

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein