Apple hat die vierte Generation seiner Apple TV 4K-Box vorgestellt - ein Gerät, das neben 4K-Streaming jetzt auch einen A19-Chip, Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0 und erweiterte Siri-AI-Funktionen bietet. Gleichzeitig sind die Preise für Set-Top-Boxen stark gestiegen, sodass sich viele Konsument*innen fragen, ob ein Upgrade wirklich sinnvoll ist oder ob das Vorgängermodell bzw. Alternativen von Amazon und Google ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis liefern.
Neue Apple TV 4K (4. Generation) - Was gibt's Neues?
Die aktuelle Apple TV 4K-Generation ist mit dem A19-Chip ausgestattet, den Apple ebenfalls im iPhone 17 einsetzt. Laut Hersteller erreicht der Chip bis zu 50 % schnellere CPU-Performance und das bis zu Doppelte der GPU-Leistung gegenüber dem vorherigen A15-Chip. Das Gerät unterstützt Dolby Vision, HDR10+ und bietet standardmäßig 128 GB internen Speicher. Weitere technische Neuerungen sind Wi-Fi 7 und Bluetooth 6.0. Die Siri-Remote verfügt über drei Fernfeld-Mikrofone und das "Wo-ist-die-Fernbedienung"-Feature. In Deutschland ist die neue Siri-AI allerdings noch nicht verfügbar, sodass Nutzer*innen nur die alte Siri-Version nutzen können. Der offizielle UVP liegt bei 349 Euro.
Apple TV 4K (3. Generation) - Leistungsstark und bereits Matter/Thread-fähig
Das Vorgängermodell, die dritte Generation, kommt mit dem A15-Chip, unterstützt 4K-Dolby Vision, HDR10+ und funktioniert als Matter-Hub. Für die Nutzung als Thread-Border-Router ist jedoch nur die Variante mit Gigabit-Ethernet (2022) geeignet; reine Wi-Fi-Modelle fungieren lediglich als Matter-Controller über WLAN. Zum Launch 2022 lag der Preis bei 189 Euro, wurde im Juni 2026 auf 229 bzw. 299 Euro angehoben. Heute ist das Gerät bei Cyberport für 247 Euro erhältlich (64 GB Variante 214 Euro, 128 GB Variante 269 Euro). Trotz höherer Preise bleibt das Modell eine solide Option, weil es bereits alle wesentlichen 4K- und Smart-Home-Funktionen bietet.
Smart-Home-Differenzierung: Matter-Controller vs. Thread-Border-Router
- Apple TV 4K (3. Gen) mit Gigabit-Ethernet: komplettierender Thread-Border-Router, ermöglicht direkte Anbindung batteriebetriebener Thread-Sensoren.
- Apple TV 4K (3. Gen) Wi-Fi-Only: nur Matter-Controller über WLAN, keine Thread-Funktion.
- Apple TV 4K (4. Gen) - einheitlich mit Ethernet, Thread-Unterstützung ist Standard.
Amazon Fire TV Cube (3. Generation) - Der Konkurrent aus dem Amazon-Ökosystem
Der Fire TV Cube kombiniert Streaming- und Smart-Home-Funktionen. Er nutzt einen Octa-Core-Prozessor und bietet einen HDMI-Eingang, sodass Receiver oder Konsolen durchgeschleust werden können. Audio-enthusiasten profitieren von direktem Bitstream-Audio-Passthrough für Dolby TrueHD und Dolby Atmos - ein Unterschied zum Multichannel-LPCM-Decoding des Apple TV. Der Cube hat 16 GB internen Flash-Speicher, 2 GB RAM und unterstützt Wi-Fi 6E. Der UVP beträgt 229 Euro. Auf der Startseite von Fire OS und Google TV sind große Werbeflächen mit gesponserten Videos und Bannern zu finden, wohingegen tvOS weitgehend werbefrei bleibt.
Google TV Streamer (4K) - Preiswerte Alternative mit Full-Matter-Hub
Der Google TV Streamer, UVP 119 Euro (2024), schließt die Lücke zwischen günstigen Streaming-Sticks und teuren Premium-Boxen. Er unterstützt 4K-HDR inklusive Dolby Vision und HDR10+, bietet 32 GB internen Speicher - doppelt so viel wie beim Fire TV Cube - und verfügt über einen integrierten Thread-Border-Router sowie einen Matter-Hub. Das Gerät kommt mit Gigabit-Ethernet, benötigt im Betrieb nur 1,9 W und im Standby 0,2 W, was es zu einem energieeffizienten Kandidaten macht. Google TV und Amazon Fire OS zeigen jedoch gesponserte Inhalte auf der Startseite, im Gegensatz zu Apples werbefreier Oberfläche.
Preis-Leistungs-Check: Welche Box passt zu welchem Budget?
- Apple TV 4K (4. Gen): 349 EUR, A19-Chip, 128 GB, Wi-Fi 7, Thread-Border-Router, werbefreies tvOS, KI-Features noch nicht in DE nutzbar.
- Apple TV 4K (3. Gen): 214-269 EUR (je nach Speicher), A15-Chip, 64/128 GB, nur Ethernet-Variante unterstützt Thread, bewährte 4K-Qualität.
- Amazon Fire TV Cube (3. Gen): 229 EUR, Octa-Core, 16 GB Speicher, 2 GB RAM, HDMI-Eingang, Bitstream-Audio, Werbung im OS.
- Google TV Streamer (4K): 119 EUR, 32 GB Speicher, Gigabit-Ethernet, Thread-Border-Router, sehr geringer Stromverbrauch, Werbung im OS.
Weitere Entscheidungskriterien: Audio, Werbung, KI-Funktionen und Wi-Fi-Standard
- Audio-Passthrough: Fire TV Cube ermöglicht Bitstream-Audio (Dolby TrueHD + Atmos) direkt, Apple TV dekodiert Multichannel-LPCM.
- Werbefreiheit: tvOS von Apple ist weitgehend ohne Drittanbieter-Werbung; sowohl Fire OS als auch Google TV zeigen gesponserte Inhalte.
- KI-Sprachfunktionen: Siri-AI auf dem neuen Apple TV ist in Deutschland noch nicht verfügbar; Amazon-Alexa und Google-Assistant sind hingegen voll funktionsfähig.
- Wi-Fi-Standard: Für reines Streaming reicht Wi-Fi 6 oder ein Ethernet-Kabel aus; Wi-Fi 7 bietet im Alltag kaum Mehrwert, da 4K-Streams selten mehr als 80 Mbit/s benötigen.
Fazit
Das neue Apple TV 4K (4. Gen) bietet signifikante Hardware-Updates - A19-Chip, Wi-Fi 7 und einen großzügigen 128-GB-Speicher - rechtfertigen jedoch nicht immer den Preis von 349 Euro, besonders weil die KI-Sprachfunktionen in Deutschland noch nicht nutzbar sind. Das Vorgängermodell der 3. Generation bleibt ein leistungsstarkes Gerät mit voller 4K-HDR-Unterstützung und, bei der Ethernet-Variante, Thread-Border-Routing. Für preisbewusste Nutzer*innen, die neben Streaming auch ein komplettes Matter- und Thread-Smart-Home-Hub suchen, stellt der Google TV Streamer (119 EUR) die attraktivste Alternative dar. Der Amazon Fire TV Cube punktet mit HDMI-Eingang und hochwertigem Bitstream-Audio, ist aber teurer und zeigt Werbung. Letztlich hängt die beste Wahl vom individuellen Budget, den gewünschten Smart-Home-Features und der Priorität von werbefreiem Betrieb ab.