Auf der IFA 2026 stellte der Berliner Router-Hersteller FRITZ! (ehemals AVM) die FRITZ!Box DSL/Fiber 7-90 vor. Das Gerät markiert den Generationswechsel der meistgenutzten deutschen Router-Familie: ein minimalistisches Quader-Design, ein vereinfachtes Benennungssystem und ein Dual-Modem, das sowohl DSL- als auch Glasfaseranschlüsse unterstützt. Neben Wi-Fi 7-Technologie und einem passiven Kühlsystem liefert die neue Box konkrete Zahlen zu Leistungsaufnahme, Antennenlayout und Datenraten - alles ohne aktive Lüfter.
Neues Gehäusedesign und vereinfachte Nomenklatur
FRITZ! setzt bei der DSL/Fiber 7-90 auf ein reduziertes Gehäuse, das nur eine LED und eine einzige Taste besitzt. Die Kabelanschlüsse werden über ein Loch in der Unterseite geführt, sodass das Gerät entweder freistehend oder an der Wand montiert werden kann. Die integrierte Wandaufhängung nutzt exakt den gleichen Lochabstand wie bei der weit verbreiteten FRITZ!Box 7590, sodass keine neuen Bohrungen nötig sind.
- Quader-Form mit verdeckter Kabelführung
- Nur eine LED und eine Taste
- Unterseitige Anschlussleiste für eine saubere Optik
- Kompatible Wandmontage zu früheren Modellen (z. B. 7590)
Die neue Namenskonvention legt die Anschlussart an den Anfang - "DSL/Fiber" - gefolgt von der WLAN-Generation (Wi-Fi 7) und einer zweistelligen Baureihenzahl (90). Damit ist das Modell sofort als Hybrid-Router erkennbar.
Passives Kühldesign und Energieeffizienz
Trotz der kompakten Würfelform verzichtet die FRITZ!Box DSL/Fiber 7-90 auf aktive Lüfter. Das passive Kühlsystem sorgt für geräuscharmen Betrieb und reduziert den Energieverbrauch. Laut Angaben der FRITZ!-Presse (2026) liegt die mittlere Leistungsaufnahme bei 12 W im regulären Betrieb. Elf interne Antennen sind im oberen Gehäuseteil platziert, getrennt von der Anschlussleiste, um eine ungestörte Funkabdeckung zu gewährleisten.
- Mittlere Leistungsaufnahme: 12 W (2026)
- 11 integrierte Funkantennen im oberen Gehäusebereich
- Kein aktiver Lüfter - geräuschloses Arbeiten
Hybrid-Modem für DSL und Glasfaser
Das Dual-Modem ermöglicht den Anschluss an klassische DSL-Leitungen (bis zu 300 Mbit/s) sowie an moderne Glasfaser-Netze. Für Glasfaser unterstützt die Box sowohl GPON (bis 2,5 Gbit/s) als auch AON (bis 1 Gbit/s). Damit ist die FRITZ!Box DSL/Fiber 7-90 für die meisten Breitbandanschlüsse in deutschen Haushalten geeignet.
- DSL-Modem: bis zu 300 Mbit/s
- GPON-Glasfaser: bis zu 2,5 Gbit/s
- AON-Glasfaser: bis zu 1 Gbit/s
Wi-Fi 7 mit Multi-Link Operation (MLO)
Als Kernfunktion von Wi-Fi 7 nutzt die FRITZ!Box DSL/Fiber 7-90 Multi-Link Operation (MLO). Damit können kompatible Endgeräte Daten parallel über die Frequenzbänder 2,4 GHz, 5 GHz und 6 GHz bündeln, was die Latenz deutlich reduziert. Die theoretische Bruttodatenrate beträgt bis zu 12,2 Gbit/s, aufgeschlüsselt nach Bändern:
- 6 GHz-Band (2×2 MIMO, 320 MHz): 5 760 Mbit/s
- 5 GHz-Band (4×4 MIMO): 5 760 Mbit/s
- 2,4 GHz-Band: 688 Mbit/s
Im Vergleich zum Flaggschiff-Modell 5690 Pro nutzt das 6-GHz-Band nur 2 × 2 MIMO, wodurch die Rate halb so hoch ist (5 760 Mbit/s statt 11 520 Mbit/s). Trotzdem ermöglicht MLO eine flexiblere Nutzung mehrerer Bänder gleichzeitig.
Vergleich mit dem Topmodell 5690 Pro
Die FRITZ!Box 5690 Pro bietet im 6-GHz-Band vier MIMO-Streams und unterstützt 10-Gbit/s-Ethernet. Die DSL/Fiber 7-90 verzichtet bewusst auf diese 10-Gbit/s-Schnittstelle und reduziert die 6-GHz-Streams, wodurch sie für extrem datenintensive lokale Netzwerke weniger Spitzenleistung liefert. Für die meisten Heimnetz-Anwendungen bleibt die 7-90 jedoch ausreichend schnell.
- Fehlende 10-Gbit/s-Ethernet-Schnittstelle
- 2×2 MIMO im 6-GHz-Band statt 4×4
- Geeignet für typische Haushalte, nicht für Hochleistungs-NAS-Umgebungen
Smart-Home-Integration und Anschlussmöglichkeiten
Die FRITZ!Box DSL/Fiber 7-90 integriert DECT-ULE und Zigbee für die Anbindung von Schnurlostelefonen und Smart-Home-Geräten. Der herstellerübergreifende Standard Matter wird jedoch nicht unterstützt, was die native Steuerung über Plattformen wie Apple Home oder Samsung SmartThings erschwert.
- DECT-Basis für Schnurlostelefone
- Zigbee-Unterstützung
- Kein Matter-Controller
- 2 × 2,5 Gbit/s-Ports und 1 × 1 Gbit/s-Port (einer als WAN-Port nutzbar)
- USB-Anschluss für Drucker oder Speichergeräte
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Passt die FRITZ!Box DSL/Fiber 7-90 an vorhandene Wandhalterungen älterer Modelle?Ja, der Lochabstand der integrierten Wandaufhängung entspricht exakt den Bohrlöchern der weit verbreiteten FRITZ!Box 7590, sodass kein neues Bohren erforderlich ist.Wann ist mit dem Verkaufsstart und Preisen zu rechnen?FRITZ! hat zur IFA 2026 noch keinen offiziellen Marktstarttermin und keinen UVP genannt; erfahrungsgemäß vergehen bei neuen Gehäuse- und Hardwareplattformen des Herstellers mehrere Monate bis zur breiten Handelsverfügbarkeit.Fazit
Die FRITZ!Box DSL/Fiber 7-90 kombiniert ein minimalistisches, wandfreundliches Design mit einem Hybrid-Modem, das sowohl DSL- als auch gängige Glasfaser-Anschlüsse unterstützt. Das passive Kühlsystem und ein durchschnittlicher Stromverbrauch von 12 W machen das Gerät energieeffizient und geräuscharm. Wi-Fi 7 mit Multi-Link Operation liefert hohe Gesamtdatenraten, auch wenn das 6-GHz-Band im Vergleich zum Flaggschiff-Modell reduziert ist. Die fehlende 10-Gbit/s-Ethernet-Schnittstelle und das Fehlen eines Matter-Controllers stellen für Power-User und Smart-Home-Enthusiasten potenzielle Einschränkungen dar. Für die meisten Heimnetz-Umgebungen bietet die FRITZ!Box DSL/Fiber 7-90 jedoch ein ausgewogenes Verhältnis aus Design, Funktionalität und Energieeffizienz - ein klarer Schritt nach vorne im Router-Portfolio von FRITZ!.