Zwei geplante Pop-up-Restaurants, inspiriert von den Fast-Food-Parodien aus GTA: San Andreas, sollten zur Comic-Con in San Diego öffnen. Doch Take-Two Interactive schickte eine Unterlassungserklärung. Damit wurden die Pläne kurzfristig gestoppt - zumindest teilweise.

Zur Comic-Con in San Diego sollten zwei inoffizielle Pop-up-Restaurants eröffnen, die auf den fiktiven Fast-Food-Ketten aus Grand Theft Auto basieren. Doch daraus wird (in der ursprünglich geplanten Form) nichts: Take-Two Interactive, die Muttergesellschaft von Rockstar Games, ließ den Betreibern eine Unterlassungserklärung zukommen.

Worum ging es bei den geplanten Pop-ups?

Im Open-World-Spiel Grand Theft Auto: San Andreas (2004) können Spieler verschiedene Fast-Food-Lokale besuchen, die klar an reale Marken angelehnt sind. Zu den bekanntesten zählen:

  • Cluckin’ Bell - eine Parodie, die an KFC und Taco Bell erinnert
  • Burger Shot - eine Parodie, die an Burger King angelehnt ist

Diese fiktiven Ketten tauchten später auch in weiteren GTA-Teilen auf, unter anderem in Grand Theft Auto V.

Schon 2022 gab es ein echtes Cluckin’ Bell

Bereits im Vorjahr wurde Cluckin’ Bell für kurze Zeit in der Realität nachgebaut: In der Nähe der San Diego Comic-Con tauchte ein Pop-up auf, inklusive Uniformen, Dekoration, Schildern und Speisekarten - alles sichtbar inspiriert von der Optik aus den Spielen. Offiziell abgesegnet war das nicht.

Für 2023 planten die Beteiligten nicht nur eine Wiederholung, sondern zusätzlich ein zweites Pop-up rund um Burger Shot.

Unterlassungserklärung: Burger Shot abgesagt, Cluckin’ Bell umbenannt

Am 14. Juli erhielten die beteiligten Unternehmen - darunter Smokin J’s BBQ sowie die Las-Vegas-Modemarke boyworldwide - eine Unterlassungserklärung von Take-Two Interactive. Geplant war die Eröffnung der Pop-ups am 20. Juli, passend zur Comic-Con.

Laut einer E-Mail von Smokin J’s BBQ führte das Schreiben dazu, dass die Burger-Shot-Veranstaltung für das Wochenende abgesagt wurde. Eine Installation rund um Cluckin’ Bell sollte hingegen weiterhin stattfinden - allerdings nicht mehr unter dem ursprünglichen Namen, sondern als Parodie mit dem Titel „Don’t Cluckin’ Tell“.

Take-Two Interactive lehnte eine Stellungnahme ab.

Warum Take-Two einschritt - und warum das nachvollziehbar ist

Dass Take-Two juristisch gegen Projekte im GTA-Umfeld vorgeht, ist nicht neu: Das Unternehmen ist in der Vergangenheit wiederholt gegen Modder und Content-Ersteller vorgegangen. Bei realen, inoffiziellen Restaurants ist das Risiko aus Sicht eines Rechteinhabers jedoch besonders hoch.

Ein Pop-up im Stil einer bekannten Spielmarke kann bei Besuchern leicht den Eindruck erwecken, es sei offiziell von Rockstar abgesegnet oder zumindest verbunden. Kommt es dann zu Problemen - etwa schlechter Qualität oder sogar gesundheitlichen Vorfällen - könnte das Image von Take-Two und Rockstar beschädigt werden und zu erheblichen rechtlichen und PR-Folgen führen.

Auch wenn Fans enttäuscht sein mögen: In diesem Fall ist es plausibel, dass die Betreiber ihre Pläne ändern mussten - und dass Take-Two früh reagierte, sobald die Pop-ups öffentlich angekündigt wurden.