Apple hat das Update iOS 27.2 für kompatible iPhones ausgerollt. Neben einer Reihe von KI-Funktionen, Verbesserungen bei Facetime und Apple-Apps bringt das Update über 160 behobene Sicherheitslücken sowie zentrale regulatorische Anpassungen für die Europäische Union. Das Zusammenspiel von technischer Innovation und EU-Vorgaben - insbesondere beim Werbetracking, Sideloading und dem Digital Markets Act (DMA) - macht iOS 27.2 zu einem besonders relevanten Schritt für Nutzerinnen und Nutzer in Europa.

iOS 27.2 im Überblick - neue Features und Sicherheitslücken

Im Vergleich zu iOS 27.0.1, das vorwiegend Fehlerkorrekturen enthielt, führt iOS 27.2 mehrere funktionale Neuerungen ein. Die wichtigsten Punkte sind:

KI-Funktionen und erweiterte Sprachunterstützung

  • Siri AI unterstützt jetzt Französisch, Koreanisch, Japanisch, Portugiesisch und Spanisch; die deutsche Sprache bleibt weiterhin aus.
  • In der Nachrichten-App zeigt Apple Intelligence kontextbezogene Vorschläge, etwa das direkte Hinzufügen von Terminvorschlägen zum Kalender.

Facetime-Dual-Capture

  • Bei Facetime-Anrufen können Nutzer*innen gleichzeitig die Front- und Rückkamera aktivieren - das Feature wird automatisch deaktiviert, sobald mehr als zwei Personen am Anruf teilnehmen.

Verbesserungen bei Apple-Apps

  • Apple Music erhält ein neues Icon und leicht angepasste Tab-Optiken.
  • Die Home-App liefert zusätzliche Alarme, etwa bei offen gelassenen Türen, und ermöglicht das Sperren von Smart-Locks direkt aus einer Benachrichtigung.
  • Apple TV führt für iOS mehrere Nutzerprofile ein, um die Sehgewohnheiten verschiedener Haushaltsmitglieder zu trennen.
  • Ein neuer Hinweis informiert über Geburtstage gespeicherter Kontakte, der bei einem Anruf in der Anrufanzeige angezeigt wird.

Mehr als 160 behobene Sicherheitslücken

Apple hat mit iOS 27.2 ein aktualisiertes Framework eingeführt, das über 160 zuvor gemeldete Schwachstellen schließt. Die umfangreiche Sicherheitsbereinigung wird als zentraler Grund für die empfohlene sofortige Installation des Updates genannt.

ATTF-Änderungen: Das Bundeskartellamt zwingt zu transparenterem Werbetracking

Im Rahmen eines Wettbewerbsverfahrens des Bundeskartellamts hat Apple das App Tracking Transparency Framework (ATTF) neu gestaltet. Die wichtigsten Anpassungen sind:

  • Das Wort "Tracking" wird aus dem Einwilligungsdialog entfernt und durch die neutrale Formulierung "Zugriff auf Werbeinformationen" ersetzt.
  • Das warnende Symbol wird ebenfalls weggelassen.
  • Entwickler*innen erhalten mehr Raum, um ihre Werbezwecke detailliert zu erläutern.
  • Die neue Regelung ist für sieben Jahre verbindlich (Umsetzung ab 2026, überwacht durch einen Treuhänder).
  • Apple muss die Änderungen innerhalb von vier Monaten nach dem Entschließungsbeschluss umsetzen.

Durch diese Maßnahmen soll die Praxis des einseitigen Favorisierens eigener Werbedienste beendet und ein fairerer Wettbewerb für Drittanbieter geschaffen werden.

Sideloading-Erleichterungen - Apps außerhalb des App Stores werden zugänglicher

Nach intensiven Verhandlungen mit der EU und verschiedenen Unternehmen lockert Apple mit iOS 27.2 die Auflagen für das Sideloading von Apps aus Drittanbieter-Quellen. Die Neuerungen umfassen:

  • Vereinfachte Web-Distribution, sodass Nutzer*innen weniger Schritte durchlaufen, um eine App zu installieren.
  • Erleichterte Registrierung von Drittanbieter-Stores.
  • Eine Gebühr von 5 % auf Verkäufe, die über die Core Technology Commission abgewickelt wird.

Diese Änderungen spiegeln Apples Bestreben wider, den EU-Vorgaben zu entsprechen und gleichzeitig die Nutzer-Experience beim Installieren von nicht-App-Store-Apps zu verbessern.

Siri AI bleibt in der EU blockiert - Digital Markets Act als Stolperstein

Der Digital Markets Act (DMA) verlangt, dass Drittanbieter*innen dieselben Systemrechte erhalten wie Apples eigene KI-Assistenz. Konkret bedeutet das:

  • Artikel 6 Absatz 7 DMA verpflichtet Apple zum freien Zugang für alternative KI-Anbieter.
  • Apple versuchte, den "Trusted System Agent" als Sicherheitsmechanismus einzuführen, wurde jedoch nach 18 Monaten Entwicklungszeit von der EU abgelehnt.
  • Aufgrund dieser Interoperabilitätspflicht bleibt Siri AI für iOS und iPadOS in der EU gesperrt, obwohl macOS-Versionen bereits verfügbar sind.

Apple verweist auf Sicherheitsbedenken, erklärt aber, dass die Verzögerung primär durch die gesetzliche Vorgabe des DMA verursacht wird.

FAQ zu iOS 27.2

Wofür wird das Wort "Tracking" ersetzt?Apple entfernt das Wort aus dem Einwilligungsdialog; stattdessen wird das Angebot als "Zugriff auf Werbeinformationen" bezeichnet (Bundeskartellamt, 2026).Wann kommt Siri AI in der EU?Ein genauer Termin wird nicht genannt; die Freigabe hängt von einer Einigung zu den Interoperabilitätsauflagen des DMA ab (Apple Newsroom, 2026).Können EU-Nutzer*innen Siri AI in anderen Apple-Apps nutzen?Teilweise: Auf macOS ist Siri AI in der EU verfügbar, während die Nutzung auf iPhone und iPadOS regional blockiert bleibt (Rechtsanwaltskanzlei Ralf Lieser, 2026).

Fazit

iOS 27.2 demonstriert Apples Strategie, Innovationen wie neue KI-Sprachen, Facetime-Dual-Capture und Apple Intelligence gleichzeitig mit regulatorischen Verpflichtungen zu verbinden. Die ATTF-Reform, das vereinfachte Sideloading und die konsequente Schließung von über 160 Sicherheitslücken stärken das Vertrauen der europäischen Nutzer*innen. Gleichzeitig zeigen die anhaltenden Blockaden bei Siri AI, wie stark der Digital Markets Act die Produktplanung beeinflusst. Für iPhone-Besitzer*innen in der EU bedeutet das Update sowohl gesteigerte Funktionalität als auch ein klares Signal: Apple will Sicherheit und gesetzliche Konformität nicht als Gegengewicht, sondern als integralen Bestandteil zukünftiger Updates verstehen.